Häufige Fragen

 

Kann ich für ein Kind eine Patenschaft übernehmen?
UgandaKids bietet keine Patenschaften für einzelne Kinder an. Kinderpatenschaften erfordern einen hohen Verwaltungs- und damit auch Kostenaufwand. Bis Ende 2010 lagen unsere Verwaltungskosten stets um die 0,5% der Spendensumme. Seit Anfang 2011 werden alle anfallenden Werbungs- und Verwaltungskosten vom erweiterten Vorstand übernommen. Wir möchten das beibehalten, damit alle Spendengelder  direkt und ungekürzt der Schule und damit allen Kindern zu gute kommen.

Eine Patenschaft kann zudem auch einiges Unschönes hervorbringen: Es wird immer Kinder geben, die keine Paten haben oder andere Paten (z. B. nicht so Engagierte, nicht so Großzügige, etc.). Damit kommt ein neues Moment der Ungleichheit, des Benachteiligt seins, der Begehrlichkeit und der Konkurrenz unter die Kinder. Eine Patenschaft kann für ein einzelnes Kind eine große Bereicherung sein, für die Gemeinschaft aller Kinder an der Schule von UgandaKids schaffen Patenschaften aber wegen der nie auszuschließenden Ungleichheit eher Probleme. Zudem sind die Hoffnungen und Erwartungen auf beiden Seiten sehr unterschiedlich. Eine kurze Zusammenfassung der Vor- und Nachteile für die Organisation, den Paten und das einzelne Kind finden Sie hier.


Ich möchte gerne freiwillig bei UgandaKids in Adjumani mithelfen, geht das?
Das Angebot kostenfreier Mitarbeit vor Ort ist gut gemeint, wäre aber selten hilfreich. Es gibt im Norden Ugandas wenig Möglichkeiten des Gelderwerbs. Jeder vor Ort arbeitende Europäer würde einem Ugander die Arbeit und damit den Verdienst für die Familie wegnehmen. Zudem gibt es hervorragende Lehrer in Uganda. Schließlich wird an der Schule zwar Englisch als offizielle Landessprache gesprochen, viele Kinder verstehen aber anfangs nur ihre im Norden Ugandas gesprochene Muttersprache Ma-di.
Alleine die Verständigungs- probleme und die gänzlich anderen Alltagssitten und Gebräuche können eine erhebliche Hürde für Europäer darstellen. Vor allem aber haben wir es so erfahren und sind daher der Überzeugung: Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmtheit sind hohe Ziele, die es immer wieder zu reflektieren und zu üben gilt. Die Anwesenheit von Weißen beeinflusst unwillkürlich das eingespielte Gefüge an der Schule und führt schnell zu einer Änderung in der Haltung. Dies ist vor allem angesichts der enorm unterschiedlichen Lebenssituationen und unserer – finanziell bedingten –unvergleichlich größeren Möglichkeiten bedingt. Daher ist unsere mit dem Team von UgandaKids in Adjumani abgesprochene Haltung, dass in der Schule ausschließlich Ugander arbeiten, die die Sprache, Kultur und Traditionen ihrer Landsleute teilen.


Ich habe gebrauchte Kleidung (Computer, Spielzeug,etc.). Kann ich das für UgandaKids spenden?
Auch hier gilt: Alles was vor Ort hergestellt oder beschafft werden kann, gibt einem Ugander oder einer Uganderin die Möglichkeit des Gelderwerbs, sichert ein Einkommen und Überleben, führt vielleicht sogar zu einer verbesserten ökonomischen Situation im Norden Ugandas. Zudem ist der Transport von Sachspenden meist teurer als der Erwerb vor Ort. UgandaKids bringt also in der Regel keine Sachspenden nach Adjumani.


Warum hat UgandaKids kein Spendensiegel?
Das bekannteste Spendensiegel  ist vom DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen). Was viele nicht wissen: dieses Spendensiegel gibt es nicht umsonst. Der Erstantrag dort kostet 1.500 € zuzüglich 0,035 % der Spendensumme. Die Folgekosten belaufen sich auf mind. 500 € jährlich. Das Spendensiegel bekommt man also nicht verliehen, sondern muss es kaufen. Das DZI selbst empfiehlt kleineren Organisationen, kein Spendensiegel zu beantragen, da sie meist regional aktiv und vor Ort bekannt sind und zudem von den Finanzämtern überprüft werden. Die Gelder, die für UgandaKids gegeben werden, sind für die Kinder in Adjumani, wir geben sie daher lieber dort aus!

Wie hoch sind die Werbungs- und Verwaltungskosten?
Alle anfallenden Werbungs- und Verwaltungskosten werden vom erweiterten Vorstand von UgandaKids, bzw. von Sponsoren getragen. UgandaKids zahlt keine Aufwandsentschädigungen. Damit kommen 100 % der Spenden den Kindern in Adjumani direkt und ohne Abzüge zugute!                                     


Wie hat sich der Bürgerkrieg entwickelt? Ist es in Adjumani sicher?
Im Norden Ugandas gibt es seit Ende 2006 keine Gefechte, Hinterhalte oder Entführungen der LRA mehr. Die Rebellen haben ihren Schwerpunkt zurzeit im Nordostkongo, im Südsudan und teilweise in der zentral- afrikanischen Republik. Adjumani ist derzeit sicher.


Was machen die Kinder nach der Grundschule?
Im Dezember 2011 haben die ersten Kinder  nach dem Grundschulabschluss die Schule verlassen. Alle besuchen derzeit eine Sekundarschule. Viele von Ihnen haben aufgrund ihrer guten Abschlusszeugnisse Stipendien bekommen. Derzeit werden 23 "Ehemalige" mit Stipendien von UgandaKids selbst gefördert. Wir hoffen, dass wir mittelfristig über genügend finanzielle Mittel verfügen werden, um allen Kindern eine ihnen gemäße Aus- oder Weiterbildung zu ermöglichen. Uns ist klar, dass eine Ausbildung mit der Grundschule nicht abgeschlossen ist.


Wie geht die Arbeit neben der Schule voran? Gibt es landwirtschaftliche Aktivitäten?
Die Arbeit auf der Schule selbst ist nach Hildas und auch unserem Dafürhalten auf einem sehr guten Weg. Schüler wie Lehrer setzen die von Europa geforderte Eigenverantwortlichkeit immer mehr um! Die geplante Landwirtschaft ist derzeit zurückgestellt, bis die Schule fertig aufgebaut und etabliert ist. Zudem ist Hilda mit dem Aufbau und der Führung der Schule mehr als ausgelastet. Das bedeutet, dass ein weiterer Ausbau neben den finanziellen Möglichkeiten auch davon abhängt, zuverlässiges und fähiges Personal für UgandaKids zu finden. Hilda und auch wir haben diesen zweiten Zweig aber weiterhin im Blickfeld!


Warum sind soviele Buben auf der Schule?
Der Eindruck täuscht. Wir glauben, das liegt daran, dass auch viele Mädchen extrem kurz geschnittene Haare haben.  Hilda sagt, die Familien machen das aus hygienischen Gründen. Tatsächlich ist das Geschlechterverhältnis in etwa ausgeglichen. Viele afrikanische Erfolgsgeschichten (ja, die gibt es auch, obwohl in Europa durch die
Massenmedien manchmal ein anderer Eindruck vermittelt wird), werden von Frauen initiiert und durchgeführt.